Die Bar
Die Geschichte
Alles was vernünftig unterhält!
Abseits von Regierungsviertel und toskana-fraktionärem Politkabarett, schenkelklatschender Berlinesken und Weißer mit Schuß haben wir uns zur Aufgabe gemacht, die ständige Vertretung all derer zu sein, die das Ungewöhnliche lieben und dem Neuen gegenüber - nicht zu verwechseln mit der neuen Mitte - aufgeschlossen sind. Viele unserer Künstler haben ein fast schon familiäres Verhältnis zur Bar jeder Vernunft.
Die Geschwister Pfister sind zusammen mit dem Spiegelzelt groß geworden, Michael Mittermeier feierte hier seine ersten Erfolge außerhalb Bayerns, und Evelyn Künneke, Brigitte Mira und Helen Vita, die großen alten Damen der deutschen Unterhaltung, schrieben hier mit viel Witz und Selbstironie in unserer Eigenproduktion "Drei alte Schachteln in der Bar" noch einmal Showgeschichte. Die Aufführungen der Operette "Das weiße Rößl am Wolfgangssee", auch dies eine Eigenproduktion mit Walter Schmidinger, Max Raabe und den Geschwistern Pfister, sind schon fast legendär. „Cabaret“, das Musical, findet hier an seinem Originalschauplatz statt.
Meret Becker singt, Georgette Dee sowieso, Otto Sander liest Ringelnatz und Désirée Nick zitiert Nick, Malediva zankt und verträgt sich und Angela Winkler spielt Musical ... und nach Mitternacht bringen uns die Schwulen-Trash-Comedy-Truppe "Die Teufelsberg-Produktion" oder die burlesque Strip-Show „The Teaserettes“ um den Schlaf.
Vom Danse Paleis über das Kartoffellager zur Bar jeder Vernunft
Unser Original-Jugendstil-Spiegelzelt, von dem weltweit nur noch 8 Stück existieren, wurde 1912 als sogenannter "Danse Paleis" von einer holländischen Firma erbaut. Ursprünglich diente es als saisonales Ball- und Tanzzelt in den mondänen Seebädern Flanderns und der Niederlande. 1920 konnte man es sogar auf der Weltausstellung in Antwerpen bewundern. Durch Zufall entdeckte es der Schweizer Produzent Ueli Hirzl Anfang der 80er Jahre in Holland bei einem Pommes Frites-Fabrikanten, der es als Lagerraum für Kartoffeln nutzte. Ueli Hirzl erwarb es für seine Eigenproduktionen, um es dann 1992 an seinen langjährigen Freund und Bar jeder Vernunft-Begründer Holger Klotzbach zuerst zu verpachten, dann zu verkaufen.
Die Bar jeder Vernunft, das Projekt gegen alle couch-potatoes, feierte ihre Eröffnung am 5. Juni 1992 mit Künstlern, die uns auch heute noch eng verbunden sind: Die Geschwister Pfister, Meret Becker, Georgette Dee und auch hier natürlich Otto Sander. Das erste Programm überhaupt, sozusagen die Premiere aller Premieren der Bar jeder Vernunft, bestritten Ars Vitalis.
Das Spiegelzelt hangelte sich im ersten Jahr von einer Katastrophe zur nächsten. Ständig brach der Stromkreis zusammen, Veranstaltungen wurden ohne Licht und Mikrophon trotzig durchgezogen, doch schließlich scheiterte man an der völlig maroden Heizung, die, wenn sie denn überhaupt funktionierte, Unsummen verschlang. Da half auch nicht mehr, dass Holger Klotzbach sein Klavier und Lutz Deisinger sein Auto verkaufte. Das Spiegelzelt wurde im Oktober 92 komplett abgebaut und in sämtlichen Einzelteilen auf Traktoren ins Wendland befördert, ohne jede Gewissheit darüber, ob und wie es im Frühjahr weitergeht. Und wieder waren es die Künstler, die auf Weiterführung drängten. Meret Becker versprach ein komplettes Programm, wenn die Bar im Frühling weitermache, Tim Fischer wollte auftreten, Georgette Dee und die Geschwister Pfister ebenso. Also machte man weiter, mit solch großem Erfolg, dass Ute Lemper eine Auftrittsreihe im Vatikan mit der Begründung absagte, sie wolle stattdessen lieber in der Bar jeder Vernunft auftreten. In den Genuss des päpstlichen Segens zu kommen, war uns also fürderhin verwehrt, aber der Erfolg ging trotzdem, oder vielleicht auch gerade deshalb, weiter. Bundesweiten Bekanntheitsgrad erreichten wir dann endgültig durch unsere Eigenproduktion "Das weiße Rößl am Wolfgangssee".
2002 gebar das Spiegelzelt ein Kind: Das doppelt so große Veranstaltungszelt TIPI am Kanzleramt im Tiergarten gab nicht nur den Künstlern Auftrittsmöglichkeiten, die sich längst über die Kapazitäten des 250-Plätze-Theaters hinaus entwickelt hatten, durch die große Bühne und Technik ließen sich auch Produktionen wie z. B. der Tiger Lilly Circus realisieren.
Weiterhin schätzen unsere Künstler die intime Atmosphäre des Spiegelzeltes. Und die Bar jeder Vernunft übernahm im Musical „Cabaret“ (2004) selbst eine Hauptrolle: Abend für Abend verwandelte sie sich in den Kit-Kat-Klub der zwanziger Jahre. Der zwielichtige Conférencier, das Partygirl Sally Bowles und die sexy Kit Kat Girls waren zu ihrem Ursprungsort zurückgekehrt, einem Cabaret-Theater in Berlin.
Online-Begehung
Samtene Logen, geschliffene Spiegel, stilvolle Eindeckung, gedrehte Säulen. Überzeugen Sie sich selbst von der extravaganten Atmosphäre und sehen Sie sich im Spiegelzelt um. Zur Online-Begehung
Das Team

Holger Klotzbach
Geschäftsführer
Matthias Borgmann
Geschäftsführer
Helmut Lehnert
künstlerischer Leiter
Sabine Wenger
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Doreen Tornow
Marketing & Werbung
Angelika Zimba
Gruppenreservierungen
Anna Naefe
KBB - Künstlerisches Betriebsbüro
Heike Hachmeister
Galamanagement
Adrian Ilin
Produktionsleiter
Claudia Nobst
Buchhaltung
Jens Fischwasser
Maitre de cuisine
Nigel Schaefgen
Gastronomie